Konstantin Buteyko

Konstantin Buteyko wurde 1923 in der Ukraine geboren. Bereits als Kind hatte er grosses Interesse an Natur und Technik. Er studierte Ingenieurswesen. Als deutsche Soldaten in die Sowjetunion einfielen, meldete er meldete sich zum Dienst an der Front.
Die Erfahrungen, die er im Krieg machte, haben ihn geprägt. Nach Kriegsende begann er Medizin zu studieren. Gleichzeitig litt unter einem lebensbedrohlich hohen Blutdruck. Seine Ärzte gaben ihm nur noch kurze Zeit zu leben, da es noch keine Medikamente gab.
Während einer Nachtschicht im Spital hatte er eine seiner Attacken: Brustenge, Schmerzen, Atemnot, Panik. Bei diesen Attacken brach er jeweils zusammen und konnte nicht mehr aufstehen. Als er so auf dem Klinikboden zwischen den Krankenbetten seiner Patienten lag, dachte er über die Ursache seiner Krankheit nach. Er sah an sich herunter und ihm fiel auf, wie stark sich seine Brust bewegte, wie angestrengt er atmete. Als Mediziner wusste er, dass Krankheit stets von einer verstärkten Atmung begleitet wird.

 Atme ich so stark, weil ich krank bin? Oder bin ich krank, weil ich so stark atme? Diese Frage liess ihn nicht mehr los.

Er begann mit intensiven Selbstversuchen. Er übte sich systematisch darin, sanfter zu Atmen. Keine grossen Atemzüge mehr zu machen. Die Schmerzen wurden weniger, sein Zustand verbesserte sich. Wenn er seine Atmung versuchsweise wieder intensivierte, verschlechterte sich sein Zustand.

Der Zusammenhang zwischen Atmung und Krankheit wurde offensichtlich.

 Buteyko erzählte seinen Vorgesetzten von seiner Theorie. Diese rieten ihm, das Ganze so schnell wie möglich zu vergessen, wenn er nicht in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden wolle. Seine Erkenntnisse stellten die Grundlagen der Medizin in Frage. Das war zu Stalins Zeiten nicht ungefährlich.

So forschte Buteyko heimlich weiter. Es gelang ihm, seine "unheilbare" Krankheit vollständig zu heilen. Begann, seine Methode an Patienten zu testen. Mit grossem Erfolg, ohne Kosten und ohne Nebenwirkungen.

 Einige Jahre später wurde in der sibirischen Stadt Nowosibirsk ein neuer Stadtteil errichtet: Akademgorodok, die Stadt der Akademiker. Der neue Standort für die Elite der Wissenschaftler der ehemaligen Sowjetunion, eine Art sowjetisches Silicon Valley. Buteyko erhielt die Gelegenheit, dort zu forschen. Er wurde Leiter des Klinik-Labors. Sein Team und er arbeiteten mit verschiedensten, chronisch erkrankten Menschen. Immer mehr Schwerkranke aus ganz Russland reisten zu ihm. Er wurde berühmt. Man erzählte sich, schwerkranke Asthmatiker würden in seine Praxis hineingetragen, um sie nur wenig später auf eigenen Beinen wieder zu verlassen.

Sein Erfolg machte ihn bei seinen Kollegen unbeliebt. Sein grösster Fein war sein Vorgesetzter. Der schnitt die Asthmatiker aus, entnahm Lungengewebe und therapierte ausserhalb des Körpers "therapierte". Dann setzte er es wieder ein.

Buteyko lehnte dieses Vorgehen strikt ab. Auf dem Höhepunkt des Konflikts wurde Buteykos Labor mit einer Axt zerstört, während er auf einer Reise war. Sein Team wurde entlassen.

 Einflussreiche Staatsangestellte, dank Buteyko von ihren Krankheiten geheilt, eilten ihm zu Hilfe. Sie boten ihm eine Stelle im sowjetischen Raumfahrtprogramm an. Dort hätte er weiterforschen können mit fast unbeschränktem Budget. Buteyko jedoch lehnte ab aufgrund der strengen Geheimhaltungsvorschriften.                         

 Nun war er viele Jahre ohne offizielle Anstellung und betreute seine Patienten zu Hause auf Spendenbasis, da private Dienstleistungen verboten waren.

 13 Jahre nach der Zerstörung seines Labors, testete die Medizinische Akademie in Moskau die Buteyko Methode an Kindern mit Asthma. Der Erfolg war enorm, 96% der Kinder waren danach symptomfrei. Kurz darauf wurde seine Methode patentiert.

 Er bekam eine eigene Klinik in Moskau und half unzähligen, chronisch kranken Menschen. Sein Meisterschüler, Alexander Stalmatski, brachte die Methode nach Australien, Neuseeland und Grossbritannien, wo sie bis heute staatlich anerkannte Asthmatherapie ist.

Zeit seines Lebens und darüber hinaus wurde Buteyko geliebt und gehasst für seine klaren, unmissverständlichen Aussagen.

Die einen empfinden sie als provokant und beleidigend. Andere finden nach langer Suche endlich eine simple Antwort auf die Frage, warum es ihnen so schlecht geht und was sie dagegen tun können.

 Aus Buteykos Sicht könnten nicht nur chronische Krankheiten, sondern auch Kriege vermieden werden, wäre das menschliche Gehirn nicht so vernebelt durch die ständige Überatmung. Er ging davon aus, dass über 90% der zivilisierten Menschen überatmen.

 Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs wird Buteyko Methode wird langsam, aber zunehmend auf der ganzen Welt bekannt.   

                                                   

Das Bild zeigt das Meer mit Wellen, die gegen die Küste schlagen.